Flugsportring Kraichgau e.V. SinsHEIM

mehr als nur Flugsport!

 

Ein normaler Sonntag auf dem Segelflugplatz in Stichpunkten. Alle Zeitangaben MESZ.
Der Autor ist hoffnungsloser Optimist und gerade guter Laune, Abweichungen zur Realität sind nicht gänzlich ausgeschlossen.

06:30 Uhr: Energetisch aus dem Bett springen.

06:31 Uhr: große Freude darüber empfinden, dass man sofort topfit ist und keinen Kater hat, weil man den Kumpels gestern abgesagt hat und stattdessen einmal pünktlich ins Bett gegangen ist ("Sorry Leute, ich kann heute nicht, ich muss morgen fliegen ").

07:00 Uhr: nach einem gesunden und reichhaltigen Frühstück ( maximales Startgewicht beachten) den notwendigen Proviant für übertags einpacken. Vorsicht bei Süßwaren: Rationen sind grundsätzlich zu verdoppeln (Vereinskameraden!).

07:30 Uhr: Sonnenhut, Sonnenbrille und Sonnencreme einpacken. Außerdem Medical, Flugbuch, ggf. Ausbildungsnachweis, (Klein-) Geld.

08:00 - 08:59 Uhr: Anfahrt zum Flugplatz . Bei Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln mit Verzögerungen im Betriebsablauf rechnen.

09:00 Uhr: Aufrüsten bzw. Flugzeuge aus der Halle räumen und Tageschecks gewissenhaft durchführen. Die lose Mutter im Flugzeuginnenraum bemerken und wieder entfernen, nachdem sie der Fluglehrer wenige Minuten zuvor absichtlich dort platziert hat.

10:45 Uhr: Briefing. Ab sofort Thermikdeckel-Pflicht, allein schon aus Gründen des Corporate-Design.

11:00 Uhr: Erster Start des Tages. Sehr leichte Flugschüler erhalten ihre körperliche durch regelmäßiges Umhertragen von Zusatzgewichten.

13:00 Uhr: Mittagspause! Flugbetrieb wird unterbrochen, Umverteilung des zum Segelfliegen notwendigen Ballasts von Bleiplatten auf körperinterne Ressourcen möglich . Wer hat Lust auf ein Eis?

14:30 Uhr: Cumulusbewölkung wo man hinschaut, jetzt muss es schnell gehen. Innerhalb von einer halben Stunde sind fünf Vereinskameraden zum Überlandflug gestartet.

14:50 Uhr: Fast wurde ein Spornkuller am Flugzeug vergessen . Das ist gefährlich, deswegen kostet es den Piloten nach Flugbetriebsende einen Kasten Getränke fürs Allgemeinwohl! Widerrede zwecklos.

14:55 Uhr: Alle ausgeflogen. Der Flugleiter hält die Stellung.

15:04 Uhr: Hunde aus dem Landefeld vertreiben.

15:05 Uhr: Hundebesitzer aus dem Landefeld vertreiben.

17:00 Uhr: Einer der Überland-Piloten hat den Anschluss an die Thermik verloren und sitzt nach einer Außenlandung mit seinem Flugzeug 10 km entfernt auf einem Acker. Drei Leute machen den Anhänger startklar und fahren los, um ihn zurückzuholen.

17:45 Uhr: Vorsicht, die Ballöner kommen! Entweder gut zielen oder vor dem nächsten Windenstart die Höhe des Ballons erfragen.

18:20 Uhr: Zwei zu Null für den Kasten! Bei der letzten Landung des Tages wurde versehentlich die Bierlinie überrollt. Das ist nicht gefährlich, aber witzig! Ausserdem ist somit der Flüssigkeitsnachschub für den weiteren Abend gesichert.

18:30 Uhr: Flugzeuge putzen und abrüsten bzw. in die Halle einräumen.

19:00 Uhr: Geschafft für heute. Jetzt gemütlich zusammensetzen, sich über die heutigen Flüge unterhalten, und ggf. vom Fluglehrer den Ausbildungsnachweis ausfüllen lassen. Für Getränke - jetzt unter Umständen auch mit moderaten Alkoholgehalt - sollte gesorgt sein (siehe Kastenregelung).

19:15 Uhr: Die Rückhol-Mannschaft kommt wieder und setzt sich dazu, hat den mittlerweile schon erwarteten zweiten Kasten dabei.

Weiß-nicht-mehr-ganz-genau-wie-viel-Uhr-eigentlich-jedenfalls-spät: Abfahrt vom Flugplatz. Transport durch Verwandte oder öffentliche Verkehrsmittel dringend empfohlen, ansonsten Übernachtung in der Klause.

Noch später: ggf. Vollbad in After-Sun-Lotion.

Sehr spät: Erschöpft ins Bett fallen. Die vielen Eindrücke des Tages verarbeiten und schließlich sanft auf Wolke Sieben entschlummern.

Falls nachfolgend ein Feiertag, bitte von oben beginnen...

 

Autor Martin Köhl